Von der Odyssee zur eigenen Biografie: Ein bewegendes Theaterereignis in Siegburg

Es war nicht nur ein Spiel auf der Bühne, sondern ein tiefgreifender Dialog zwischen den Generationen.
Mythen treffen auf die Moderne
Das Besondere an der Inszenierung: Die Kinder der Hans Alfred Keller-Schule und die Erwachsenen der Bürgergemeinschaft Deichhaus webten ein dichtes Netz aus klassischer Mythologie und persönlichen Erlebnissen. Die Irrfahrten des Odysseus und die tragische Suche des Orpheus dienten als Spiegel für heutige Fragen nach Herkunft, Verlust und Aufbruch.
Es war beeindruckend zu sehen, wie die Schüler die antiken Helden mit kindlicher Neugier interpretierten, während die Erwachsenen der BG Deichhaus diese mit ihren eigenen, realen Lebensgeschichten verknüpften. „Wohin gehe ich?“, „Wo ist meine Heimat?“ – diese Fragen wurden durch das Zusammenspiel unter der Leitung von Theaterpädagogin Jana Segger von Jung und Alt eindrucksvoll neu beantwortet.
Ein würdiger Rahmen im KSI
Nach der erfolgreichen Premiere in der Hans Alfred Keller-Schule bildete die zweite Aufführung am 1. Mai im Europaforum des Katholisch-Sozialen Instituts (KSI) auf dem Michaelsberg den krönenden Abschluss. Die moderne Architektur des Forums bot die perfekte Kulisse für dieses zukunftsorientierte Miteinander.
Ein solch ambitioniertes Projekt, das bürgerschaftliches Engagement und kulturelle Bildung so eng verzahnt, benötigt starke Partner. Die Dr. Jürgen Rembold Stiftung ermöglichte durch ihre Förderung, dass dieses interkulturelle Experiment Realität werden konnte. Die Stiftung setzt damit ein Zeichen für den Zusammenhalt in der Stadtgesellschaft und beweist, dass Theater Brücken bauen kann – über Jahrtausende und Generationen hinweg.
Das Theaterstück ist eine generationsübergreifende Suche nach Sinn, Ziel und Aufbruch. 13 Kinder und 13 Erwachsene im Alter von 6 bis 79 Jahren haben sich unter Leitung der Theaterpädagogin Janna Segger auf eine ganz eigene Odyssee begeben – eine Reise voller Fragen, Begegnungen und Verwandlungen. In der gemeinsamen Arbeit haben sie Neuland betreten, haben Mut bewiesen, einander getragen und inspiriert. Sie haben Stürme durchquert, Klippen umschifft und sich weder von betörenden Sirenen noch von süßem Lotos vom Wesentlichen abbringen lassen.
Warum brechen wir auf?
Woran richten wir uns aus?
Gibt es den einen, den richtigen Weg?
Wer geht an unserer Seite?
Und was erwartet uns hinter dem Horizont?
Schritt für Schritt ist aus vielen einzelnen Wegen ein gemeinsamer geworden.
Nun stehen die Schauspieler und die Schauspielerinnen am Ziel ihrer Reise – und zugleich an einem neuen Anfang.
Sie sind eingeladen, besonderen Momente zu teilen und sich von den Geschichten berühren zu lassen.
